Trocknungszeit verkürzen: Warum „höher hängen“ wirklich wirkt

Trocknungszeit verkürzen: Warum „höher hängen“ wirklich wirkt

Wäsche trocknet oben schneller – wir haben’s im Bad gemessen

„Warme Luft steigt auf“ – klar. Aber bringt das beim Wäschetrocknen wirklich was? Wir haben im Bad einen Mini-Test gemacht, den du in 15 Minuten nachbauen kannst. Spoiler: oben gewinnt, aber der eigentliche Boss heißt Luftfeuchtigkeit.

Setup: so haben wir gemessen

Ort: Bad, Temperatur konstant bei 22 °C.
Wäsche: 2 gleiche T-Shirts (gleicher Waschgang, gleiche Schleuderzahl).
Messung: Hygrometer (Temperatur + relative Luftfeuchte) und Küchenwaage.

Positionen:

  • Unten: normale Wäscheständer-Höhe (ca. 80–100 cm)

  • Oben: nahe der Decke (ca. 200+ cm)

Wichtig: Beide Shirts hingen mit Abstand, damit Luft zirkulieren kann.

Messwerte

Start: 55% rF, beide Shirts 350 g.

  • Nach 60 Minuten:
    rF 69%
    oben 255 g, unten 280 g

  • Nach 120 Minuten:
    rF 75%
    oben 215 g, unten 235 g

  • Nach 180 Minuten:
    rF 74%
    oben 200 g (trocken), unten 215–220 g (noch leicht klamm)

Ergebnis: Das Shirt oben war ca. 60–90 Minuten früher trocken.

Warum oben schneller ist:

Oben ist die Luft wärmer und kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Dadurch verdunstet Wasser schneller. ABER: Im Bad steigt die Luftfeuchte schnell (kleines Raumvolumen). Wenn die rF hoch ist, wird’s zäh – egal auf welcher Höhe.

5 schnelle Hebel für weniger Trocknungszeit

  1. Höher hängen, wenn möglich (du nutzt den „oben“-Bonus).

  2. Abstand lassen: Klamotten nicht aneinanderpressen.

  3. Stoßlüften statt Kipp: 3–5 Minuten quer lüften wirkt Wunder.

  4. Luft bewegen: Ventilator indirekt hilft oft mehr als extra Heizen.

  5. Feuchte im Blick: Hygrometer nutzen – über ~70% rF wird’s langsam.

Fazit: Höher hängen bringt messbar was – besonders im Bad. Wenn du aber dauerhaft bei hoher Luftfeuchte trocknest, ist Lüften/Entfeuchten der eigentliche Gamechanger.

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